PRANAYAMA

Die vierte Stufe des Yogasutra

Daher bildet die vierte Stufe die Kunst der Atemtechnik als eine der wichtigsten Disziplinen im Yoga. Die richtige Atmung erfordert immer ein hohes Maß an Geist- und Körperbeherrschung und geht teilweise auch tief in den Bauch hinein. In gleicher Weise werden die Körperstellungen durch die korrekte Atmung vereinfacht, versorgen den Körper mit Sauerstoff und stärken das Herz-Kreislauf-System. Für Patanjali ist die vierte Stufe gleichbedeutend mit der Beherrschung der Lebensenergie. Er beschreibt in seinem Yogasutra, wie man durch das Ausführen körperlich grober Übungen zu einem feinen Atem gelangt und spricht von der Einatmung, der Ausatmung und dem in der Mitte liegenden Zwischenraum.

Schon im Sanskritwort selbst lässt sich der Sinn der Stufe erkennen. „Prana“ steht für die universelle Lebenskraft und absolute Energie als Urquelle aller gegebenen Energieformen. Eine dieser Ausdrucksformen ist der Atem, so dass dieser dann auch die Möglichkeit hat, den Geist günstig zu beeinflussen, während der Geist den Atem lenkt. „Ayama“ heißt so viel wie das Ausdehnen oder Strecken und bezieht sich auf die Verbindung von Körperbeherrschung und Atmung. Angestrebt ist die bewusste Beobachtung der eigenen Atmung, damit diese mit Geist und Körper im Einklang ist.

Die Atem-Übungen teilen sich in vier wichtige Abläufe auf:

  • Recaka: (Ausatmung)
  • Sunyak: (Zwischenraum des Luftanhaltens)
  • Puraka: (Einatmung)
  • Kumbhaka: (das Anhalten der Luft mit gefüllter Lunge)

Dabei gibt es für viele Yogastile und Übungen verschiedene Atemkonzepte. Wie die Selbstdisziplin spielt die Atmung eine entscheidende Rolle und kann bewusst gelenkt werden. Empfohlen ist dabei durch die Nase ein- und auszuatmen, da so auch die Luft gereinigt und befeuchtet wird. Wichtig sind die Bauch- oder Zwerchfellatmung als Primäratmung, die Brustatmung als Sekundäratmung und die Schlüsselbeinatmung als Tertiäratmung. Durch die richtige Atmung kann dann die Lebensenergie besser fließen und Geist und Körper befinden sich in einem harmonischen Gleichgewicht. Atmung kann auch helfen, Nervosität oder Ängste zu überwinden und hat einen allgemeinen Einfluss auf unsere Emotionen. Die bewusste Atmung ermöglicht Balance, das Finden der inneren Mitte und das Wecken von Energien, Kraft und Inspiration. Sie löst Blockaden und gestattet die klare Wahrnehmung.

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