ASANA

Die dritte Stufe des Yogasutra

Um überhaupt meditieren und das Leben neu erfahren zu können, ist die richtige Körperhaltung notwendig, die Einfluss auf das harmonische Gleichgewicht im Inneren hat. Daher umfasst die dritte Stufe die Praxis der Asanas bzw. der Körperstellungen. Hier wechselt die geistige Ebene zur körperlichen über. Der Meditationssitz ist für die weiteren Yogstufen unabdingbar und die daraus resultierenden Übungen und Stellungen bilden den Kern des Yogas und vieler Yogastile.

Mittlerweile sind die Konzepte stark erweitert, so dass über 1.000 Yogastellungen existieren, die auf alle Bereiche des Körpers abgestimmt sind. Es gilt nicht nur, die richtige Position zu finden, um die innere Ruhe und das Gleichgewicht zu erlangen. Asanas sind auch dazu gedacht, den Körper zu kräftigen, die Beweglichkeit zu verbessern, die Virtualität zu steigern und damit Geist und Körper gesund zu erhalten. Bei Patanjali heißt es, dass jede eingenommene Yogastellung stabil und bequem ist. Mit zunehmender Praktizierung des Yogas stellt sich eine Erleichterung beim Einnehmen der Asanas ein, die dann auch die geistige Meditation fördert. Die Stellung soll gleichzeitig kraftvoll und leicht, sicher und stabil sein. Dadurch ist einerseits das Abschalten der äußeren Hektik möglich, andererseits die Kontrolle der Gedanken.

Im Yogasutra misst Patanjali diesem Punkt sehr viel Bedeutung bei. Unser Geist ist voller unkontrollierter Gedanken, die uns die eigene Ruhe und Beherrschung kosten. Durch Asanas soll daher der Gedankenstrom so gelenkt werden, dass er wie „Wolken durch den Kopf“ zieht, ohne dass wir danach greifen und uns von den einzelnen Eindrücken beeinflussen lassen. Es gilt, den Kopf freizubekommen und sich auf das zu konzentrieren, was im Augenblick erfolgt, nämlich die Yogaübung. Alles andere wird zurückgestellt. Gedanken sollen nicht ständig abschweifen, sondern konzentriert auf das Tun und die Kontemplation abgestimmt werden. Das ermöglicht Wohlgefühl und tiefe innere Ruhe.

Natürlich lässt sich das nicht von heute auf morgen lernen. Die körperliche Übungspraxis erfordert, wenn sie erfolgreich sein soll, viel Geduld und Zeit. Notwendig dafür ist das einheitliche Umsetzen von Yoga über einen langen Zeitraum und das Vertrauen in diesen eingeschlagenen Weg, der zu Verwirklichung des Selbst führen soll. Die Erfahrung, die wir dabei mit uns selbst machen, wird grundsätzlich intensiv und positiv sein. Alles dient der Erkenntnis und Selbstfindung.

Das wiederum ermöglicht den starken Charakter, der auch auf andere Menschen vorteilhaft einwirken kann. Mittlerweile ist dabei auch eine große Auswahl an Yogarichtungen gegeben, die den Schwerpunkt auf verschiedene Herangehensweisen gestattet. Wer eher die sanfte und kontemplative Methode wählen möchte, kann das Yin Yoga probieren. Wer kraftvoll und fordernd arbeiten möchte, ist mit dem Hatha- oder Power-Yoga gut beraten. Wer sich spirituell und philosophisch leiten lassen möchte, kann sich mit dem Jivamukti-oder dem Kundalini-Yoga tiefer befassen. Entscheidend für alle Asanas sind jedoch immer die Körperbeherrschung und die richtige Atemtechnik.

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