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Yoga & gesunde Ernährung

Yoga und Ernährung

Ernährungsprinzipien

Ein wichtiger Punkt im Yogasutra von Patanjali ist der Verweis darauf, alle Lebenswesen zu respektieren und das Prinzip der Gewaltlosigkeit zu verwirklichen. Auch wenn Patanjali nicht konkret auf die Ernährung eingeht, spricht er in seinen acht Stufen davon, dass die eigene Körperpflege ebenso wichtig wie die Verwirklichung des Geistes ist. Dazu gehört auch, auf die eigene Gesundheit zu achten, die stark von der Ernährung abhängt.

Einige Yogarichtungen umfassen daher auch den Verzicht auf Fleisch und sind als vegetarische und vegane Konzepte ausgelegt. Der Mensch ist im Grunde immer das, was er isst. Das, was wir uns einverleiben, wird Teil unseres Geistes und Körpers. Daher spielt die Art, die Menge und die Qualität der Nahrung eine Rolle, von der sich der physische Körper nährt und hat auch Auswirkungen auf den Astralkörper und die Emotionen des Yogis.

Yoga ist ein ganzheitlich ausgerichtetes Konzept, das Geist, Körper und Seele in ein harmonisches Gleichgewicht versetzen möchte. Das beinhaltet, dass neben der Umsetzung von Yoga die Ernährung darauf ausgerichtet ist, eine stärkende und reinigende Wirkung zu haben und so eine Entwicklung auf allen Ebenen zu ermöglichen.

Yoga und die richte Ernährung

Jeder, der sich tiefgreifender mit Yoga und der Materie von Geist und Körper auseinandersetzt, erkennt, dass gerade auch die Ernährung einen starken Einfluss auf uns hat und sogar das seelische Befinden lenkt. Erfolgt sie schwerfällig und fetthaltig, verringert sich die Klarheit des Denkens und statt Ausgeglichenheit ist der Mensch stärker gereizt und angreifbar. Dazu steht mit der Ernährung auch das Verhältnis zum Tier im Vordergrund. Wenn es im Yogasutra heißt, dass der Umgang mit anderen Lebewesen von Respekt und Liebe begleitet sein soll, ist es für den Yogi unmöglich, das Fleisch von Tieren zu essen. Daher steht Yoga in vielerlei Hinsicht auch immer mit einer vegetarischen und veganen Ernährung in Verbindung.

Damit die seelisch-geistige Wirkung der Nahrung überhaupt besser erfasst werden kann, ist ein Blick auf die drei Natureigenschaften notwendig, die Teil der Yogaphilosophie sind. Der manifestierte Kosmos setzt sich durch das Zusammenwirken der drei Gunas zusammen. Diese sind:

  • Sattva (das klare, ausgewogene und reine Prinzip für Frieden, Harmonie und Ausgeglichenheit)
  • Rajas (die Erregung, Leidenschaft, Gier und Unruhe)
  • Tamas (die Unwissenheit und Unklarheit, das Unreine und die Trägheit)

Ernährungsweisen im Yoga

In der modernen Welt haben sich viele Ernährungsformen durchgesetzt, die als gesund und ausgewogen gelten. Im Yoga wird die Ernährungsweise jedoch immer vom Yogasutra abgeleitet. Es geht nicht darum, besonders schlank, fit und muskulös zu sein, sondern Geist, Körper und Seele im Gleichgewicht zu halten. Das bedeutet, dass natürlich auch der Körper gesund sein sollte, nicht zu schwer belastet und gepflegt wird. Möglich sein sollten ein klarer Geist und die innerer Ruhe und Ausgeglichenheit.

Patanjali beschreibt in den acht Stufen des Yogas die Grundregeln, um das Selbst verwirklichen zu können, wozu er klare Verhaltensweisen festlegt, die den Weg vereinfachen. Dazu gehören auch das Prinzip der Reinheit und das Verhalten anderen gegenüber. In Bezug auf die Ernährung wird so schnell sichtbar, dass im Yoga dann Wert auf hochwertige Lebensmittel gelegt wird, die am besten biologisch angebaut sind und keine Belastung für den Körper oder die Umwelt sind. Vermieden werden sollten auch Lebensmittel, die den Prinzipien entgegenstehen. Während das Sattva als Reinheit gelebt werden soll, sind Rajas und Tamas die ungünstigen Gegensätze, die auch in der Nahrung vermieden werden sollten. Daher gibt es drei verschiedene Ernährungsweisen, die entweder eine positive oder negative Wirkung haben und mit den drei Gunas zusammenhängen.

Tamasige Nahrung

Weil Tamas Trägheit verursacht, umfasst diese Ernährungsart alle schwer verdaulichen Nahrungsmittel, die den Körper und Geist träge machen und ihnen entsprechend Energie entziehen. Das ist nicht nur der Fall, wenn wir zu viel, zu fettig oder auch umgekehrt zu wenig zu uns nehmen. Die Nahrung ist von haltbar gemachten, stark verkochten, auch unreifen oder faulen Lebensmitteln begleitet, die Kraft und Klarheit kosten und die Abwehrkräfte des Körpers reduzieren. Auswirkungen hat die tamasige Nahrung auch auf die emotionale Empfindung, stört das seelische Gleichgewicht und verursacht negative Gefühle wie Gier, Wut, Neid oder Traurigkeit. Es gilt, tamasige Lebensmittel zu vermeiden, da sie ein unachtsames Essen und die Völlerei nach sich ziehen. Zu ihnen gehören:

  • Fleisch
  • Pilze
  • Zwiebeln
  • Knoblauch
  • fermentierte Lebensmittel
  • Alkohol, Drogen und Medikamente

Rajasige Nahrung

Eine rajasige Ernährungsweise ist etwas besser, stört jedoch trotzdem noch das geistig-körperliche Gleichgewicht und verhindert die Verwirklichung des Selbst. Das liegt daran, dass der Körper stärker genährt wird als der Geist und auch der Geist auf Kosten der Nahrungsform leidet. Gegessen wird zu hastig und auch zu gierig. Das verhindert das langsame Kauen und gute Verdauen. Im Yoga wird Wert darauf gelegt, alles bedacht und aufmerksam zu tun. Das betrifft auch die Art zu essen. Wird die Nahrung nebenbei zu sich genommen, verliert sich die Wertschätzung für das Gegebene durch die Natur. So ist auch das Lesen eines Buchs oder das Sprechen beim Essen rajasig.

All das führt zu Überreizungen und Erregungen, die eine zusätzliche Belastung werden können. Während der Körper genährt wird, bleibt der Geist unkontrolliert, nervös und unruhig. Zur rajasigen Ernährungsweise gehören vor allen Dingen:

  • scharfe Gewürze und Lebensmittel
  • stimulierende Getränke wie Schwarztee oder Kaffee
  • Fisch
  • Eier
  • Salz
  • Süßigkeiten
  • salzige, bittere oder saure Nahrungsmittel
  • zu heiße oder zu kalte Speisen

Sattvige Nahrung

Die sattvige Ernährung umfasst alle leicht verdaulichen und frischen Lebensmittel und basiert auf dem Prinzip der Reinheit und Gewaltlosigkeit. Daher ist sie die angestrebte Ernährungsweise und wird von Yogis in vielen Yogarichtungen umgesetzt.

Die Sattvige Ernährung ermöglicht den ausgeglichenen und klaren Geist, kräftigt den gesamten Körper und hält beweglich und gesund. Das ist nicht nur die beste Voraussetzung, um Yoga überhaupt ausüben zu können, sondern breitet sich auf das gesamte Leben aus. Die Sattva-Energie ist die stärkste und wichtigste, verzichtet auf Fleisch und andere tierische Produkte, auf Genussmittel und Stimulantien und ist in folgenden Nahrungsmitteln enthalten:

  • Hülsenfrüchte
  • Gemüse
  • Obst
  • Nüsse
  • Salz
  • Vollkornprodukte
  • Milch und Milchprodukte
  • Wasser

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